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Wer ko, der ko.
„Wer ko, der ko.“ Dieser Ausspruch, der auf hochdeutsch ganz einfach „Wer kann, der kann.“ heißt, ist eine klassische bayerische Redewendung. Doch selbst unter alteingesessenen Bayern dürften die wenigsten wissen, dass dieser Satz sich nicht wie selbstverständlich im Laufe der Zeit in Bayern einbürgerte, sondern dass er der Überlieferung nach auf ein ganz bestimmtes Ereignis zurückzuführen ist. Im Mittelpunkt dieses Ereignis steht Franz Xaver Krenkl, der als der Prototyp des Bayern im 19. Jahrhundert gilt. Krenkl, der ursprünglich aus Landshut kam, versuchte mit Mitte zwanzig sein Glück in der Landeshauptstadt München. Der gelernte Bäcker und ehemalige Kavallerist der bayerischen Armee blieb seiner Zeit als berittener Soldat insofern treu, dass er den Rest seines Lebens sein Geld mit Pferden verdiente. Bekannt wurde er als Besitzer der Pferde, die in der Anfangszeit des Münchner Oktoberfests das im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehende Pferderennen dominierten. Insgesamt 14 Mal belegten seine Pferde den ersten Platz. Durch den dadurch erworbenen Ruhm wurde er zu dem vom bayerischen Adel bevorzugten Pferdehändler. Seinen geradezu legendären Ruf verdiente er sich jedoch nicht durch seinen beruflichen Erfolg, sondern durch seine sprichwörtlich werdende bayerische Art: etwas derbe, doch gutmütig, witzig und trotz Erfolg bodenständig. Seinen nicht immer jugendfreien Humor gab er auch vor hochwohlgeborenen Herrschaften zum besten. Eines Tages ereignete es sich, dass er mit seiner Kutsche im Englischen Garten die Kutsche des bayerischen Kronprinzen Ludwig - des späteren Königs Ludwig I. - überholte, was bei Strafe verboten war. Auf die Zurechtweisung des damaligen Kronprinzen antwortete Krenkl nur lapidar: „Majestät, wer ko, der ko!“
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