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Die Ursprünge des Trachtenumzugs
Im Gegensatz zum Anstich durch den Oberbürgermeister von München und den Einzug der Wiesnwirte gibt es bezüglich des traditionellen Trachtenumzugs kein singuläres Ereignis, auf welches man ihn zurückführen könnte. Es war vielmehr seit Beginn des Oktoberfests Brauch, dass es immer wieder einmal zu Umzügen der unterschiedlichsten Art kam. Als ein ganz besonderer Umzug galt beispielsweise derjenige, der 1835 zu Ehren des Königspaars Ludwig I. und Therese abgehalten wurde, die in diesem Jahr ihre Silberhochzeit feierten. Schließlich war es auch der 25 Jahre zuvor stattgefundenen Hochzeit dieser beiden zu verdanken, dass es überhaupt ein Oktoberfest gab. Es gab allerdings auch eine Zeit -.von1853 bis einschließlich 1894 - in der gar keine Umzüge zur Wiesnzeit zu bestaunen waren. Die Gründe hierfür finden sich in politischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Nach dieser langen Zeitspanne ohne Wiesnumzüge hatten sie, als wieder welche durchgeführt wurden, eine neuen Charakter, und zwar richteten sie sich ab diesem Zeitpunkt thematisch stets auf Vergangenes aus. Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die Umzüge primär von den Schützen gestaltet. Dies änderte sich erst wieder nach den Kriegen, als die amerikanischen Besatzer Münchens Schützenumzüge untersagten. So sind es die Trachtenvereine, welche die Tradition des Wiesnumzugs wiederbelebten. Ab 1950 waren auch die Schützen wieder Teil des Umzugs, der heutzutage stets am ersten Wiesnsonntag durchgeführt wird und alljährlich aus knapp 10000 Personen besteht, die sich aus Trachten- und Schützengruppen aus allen Teilen Europas zusammensetzen.
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