Die Entstehung des Wiesnhits
Musik gibt es in den Bierzelten auf dem Oktoberfest bekanntlich schon seit etlichen Jahrzehnten, auch wenn dies in den Anfängen der Wiesn keine Selbstverständlichkeit war. Dass es jedoch beinahe jedes Jahr zu einem so genannten Wiesnhit kommt, ist ein überraschend junges Phänomen. Vor gerade einmal 26 Jahren - also anno 1984 - ergab es sich, dass der Kapellmeister Heinz Müller, der mit seiner Ruhmannsfelder Blaskapelle im Winzerer Fähndl spielte, unbeabsichtigt für den ersten Wiesnhit sorgte.
Heinz Müller hatte kurz vor der Wiesn im Radio „Fürstenfeld“ der österreichischen Band STS gehört und sich daraufhin Noten und Text des Liedes besorgt. Am ersten Wiesnsamstag gegen 15 Uhr intonierte er a capella „Langsam fiiind' der Tog sei End...“, woraufhin die Gäste geradezu ausflippten. Sie sprangen wie auf Kommando auf die Bänke und klatschten und sangen mit. Die Ordner waren deswegen extrem verunsichert, da es bis zu diesem Zeitpunkt klar verboten war, auf die Bänke zu steigen. Doch die Meute war nicht zu bändigen und machte diese Regel damit obsolet.
Im Laufe des Tages mussten die Ruhmannsfelder 12 Mal Fürstenfeld spielen, wozu die Gäste jedes Mal auf die Bänke gingen. Dieses Spektakel sprach sich in Windeseile auf der Wiesn herum und andere Kapellmeister und Wirte kamen ins Winzerer Fähndl, um sich selbst von der Situation ein Bild zu machen. Nach und nach schallte das Lied aus allen Zelten, auch wenn die Kapellen improvisieren mussten, da die meisten zu Beginn nicht über die Noten verfügten. Damit war die Tradition des Wiesnhits aus der Taufe gehoben worden.