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Der Ursprung des traditionellen Wiesnanstichs
Der Anstich durch den Münchner OB ist nicht, wie vielleicht viele denken, seit jeher ein Brauch des Münchner Oktoberfests, mitnichten. Von 1810 bis einschließlich 1949 gab es weder ein „O' zapft is'!“ noch einen Münchner OB, der zum Schlegel griff, um ein Fass Bier auf dem Oktoberfest anzuzapfen. Diese Tradition wurde erst 1950 durch den damaligen Oberbürgermeister Thomas Wimmer eingeführt. Zum Wiesnbeginn 1950 hatte sich der fleißige und beliebte OB, der den Spitznamen „Wimmerl Dammerl“ trug und München von 1948-1960 regierte, aufgrund der Besichtigung einer Elektronikmesse verspätet und konnte nicht, wie es üblich war, den Einzug der Wiesnwirte anführen. Er kam daher zu Fuß auf kürzestem Wege zur Theresienweise gelaufen. Und nun beginnt die Legendenbildung: Manche sagen, er sei direkt zum Schottenhamel gegangen, manche, dass er auf dem Weg zur Wiesn der Wirtsfamile Schottenhamel begegnete, die ihn in ihrer Kutsche mitnahm und er spaßeshalber dazu aufgefordert wurde, diesen Dienst mit dem Anzapfen des ersten Fasses zu entlohnen. Wie auch immer es gewesen sein mag, sicher ist, dass später im Schottenhamel-Festzelt Thomas Wimmer die Hemdsärmel hochkrempelte, sich den Schlegel griff und mit ungeübten 17 Schlägen – der seit 1993 amtierende Münchner OB Christian Ude braucht mittlerweile selten mehr als 2 Schläge, wie er auch heuer wieder unter Beweis stellte - den Zapfhahn ins Fass beförderte. Daraufhin ließ er das berühmte „O'zapft is'!“ erschallen. Diese Aktion hat den Münchnern dermaßen gut gefallen, dass es alljährlich wieder von ihm verlangt wurde und sich auch auf seine Nachfolger im Amt des Münchner Oberbürgermeisters übertrug, wie wir alle heute wissen.
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