Der Ursprung des Einzugs der Wiesnwirte
Der Einzug der Wiesnwirte geht auf das Jahr 1879 und das 30 Jahre zuvor in Allach geborene bayerische Original Hans Steyrer zurück. Hans Steyrer genoss zu diesem Zeitpunkt bereits einen geradezu legendären Ruf, schließlich war er als „Bayerischer Herkules“ nicht nur in Bayern, sondern auch über dessen Landesgrenzen hinaus bekannt (u.a. trat er in Paris, Amsterdam, Berlin und Wien auf). Sicher belegt ist, dass er einen 385 Pfund schweren Stein an einem im Stein eingelassenen Eisenring mit dem Mittelfinger seiner rechten Hand hochheben konnte. Doch neben seinen außergewöhnlichen Körperkräften besaß er auch einen regen Verstand und bewies einen guten Sinn für Geschäfte.
Diesen bewies er, als der Wirt mehrerer Gaststätten 1879 eine Festbude der Pschorr-Brauerei auf dem Münchner Oktoberfest pachtete. Um möglichst viel Aufsehen zu erregen, richtete er mit einem Vierspänner und sieben Zweispännern einen von Blasmusik begleiteten Festzug von einer seiner Wirtschaften in der Tegernseer Landstraße in Richtung Theresienwiese aus. Dieser wurde jedoch von der Polizei gestoppt und Hans Steyrer musste wegen „Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“ eine Strafe zahlen. Da der Umzug jedoch für das von ihm erwünschte Aufsehen gesorgt hatte, beging er die „Straftat“ im nächsten Jahr gleich wieder. Im Laufe der Zeit folgten die anderen Wiesnwirte seinem Beispiel, doch es dauerte bis 1935, bis endlich alle auf der Wiesn vertretenen Brauereien und Wirte gemeinsam einen Einzug auf die Theresienwiese durchführten. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde es Tradition, dass auch der Oberbürgermeister den Einzug der Wiesnwirte in der Kutsche der Schottenhamels begleitet und das Münchner Kindl ihn anführt.