Anstichpannen
Jeder, der selbst schon mal versucht hat, einen Zapfhahn in ein Bierfass zu treiben, weiß, wie außerordentlich schwierig sich dies vor allem für Ungeübte gestalten kann. So ist es auch kein Wunder, dass in 60 Jahren des Anzapfens des ersten Fasses Wiesnbier durch den jeweils amtierenden Münchner Oberbürgermeister auch die eine oder andere Panne geschah.
Ausgerechnet bei seinem letzten Wiesn-Anstich 1971 versemmelte es Hans-Jochen Vogel, der Thomas Wimmer, dem Initiator des Anstichs durch den Münchner OB, als Oberbürgermeister folgte, so richtig. Von Kopf bis Fuß spritzte er sich mit dem guten Münchner Bier voll und zweckentfremdete die Anzapfbox als Schaumbad.
Georg Kronawitter hatte zwar nicht direkt beim Anzapfen eine Panne, dafür bekam sein Krug beim ersten Anstoßen einen Riss, sodass auch hier das Bier nicht nur im Magen, sondern teilweise auch auf dem Boden und der Kleidung landete.
Für den größten Lacher beim Anstich sorgte jedoch Erich Kiesl, der fünfte in der Runde der Münchner OBs, die bereits mit dem Schwengel auf den Zapfhahn schlagen durften, um damit das Münchner Oktoberfest zu eröffnen. Bei einem seiner ersten Anzapfversuche vergaß Kiesl das zum Anstich dazugehörige „O'zapft is'!“, doch beim nächsten Mal übertrumpfte er dieses Missgeschick sogar noch. Nachdem er den Zapfhahn mit drei Schlägen fachgerecht verräumt hatte, wandte sich Kiesl der Menge zu und brüllte nervös: „O'batzt is'!“ Die Menge brüllte auch, und zwar vor lachen.