Das Dirndl
Der Begriff „Dirndl“ war ursprünglich die bayerisch/österreichische Verniedlichung von „Dirn“, womit im süddeutschen Raum nichts anderes als ein junges Mädchen gemeint ist bzw. war, da es mittlerweile nur noch in sehr wenigen Regionen im Alltag benutzt wird. Auch eine auf einem Bauernhof arbeitende Magd wurde im Süden Deutschlands früher oft als „Dirn“ bezeichnet.
Die Bekleidung einer Dirn bzw. eines Dirndl wurde „Dirndlgewand“ genannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es bei wohlhabenden, städtischen Mädchen (natürlich in etwas extravaganter Form, um sich vom klassischen Dirndlgewand der Landbevölkerung abzusetzen...) als Sommerkleid in Mode. Da in den Städten der Bergriff „Dirndl“ eher ungebräuchlich und somit teilweise auch unbekannt war, wurde das Dirndlgewand im Laufe der Zeit auf „Dirndl“ reduziert.
Heutzutage versteht man unter „Dirndl“ im deutschen Sprachraum in der Regel ein festliches Kleid, das vor allem in Süddeutschland zu Volksfesten getragen wird. War es in den 1970er Jahren noch eher die Ausnahme, ein Bayerin auf dem Oktoberfest im Dirndl anzutreffen, so ist es mittlerweile eher Standard. Seit der Jahrhundertwende nehmen sich auch immer mehr moderne Modedesigner dem Dirndl an.
Der Schleife der Schürze eines Dirndl kommt eine gewisse Symbolik zu, die vielleicht nicht allen bewusst ist. Trägt eine Frau die Schleife links, so bedeutet das, dass sie noch zu haben ist, wird die Schleife rechts getragen, so ist man in festen Händen. (Darauf sollte man sich als Mann jedoch nicht zwingend verlassen, da vor allem auf dem Oktoberfest auch immer mehr Touristinnen Dirndl tragen, denen diese ursprüngliche Bedeutung noch viel seltener als den einheimischen Mädchen und Frauen bewusst ist.)
Da in alten Zeiten bei Frauen „unverheiratet“ mit „jungfräulich“ gleich gesetzt wurde, gab es keinen Grund, hier zu unterscheiden. Dies änderte sich jedoch, weshalb nun eine vorne mittig gebundene schleife für „jungfräulich“ steht. Eine hinten mittig gebundene Schleife bedeutet „verwitwet“.